“Ich habe zu funktionieren wie ein Rädchen im Getriebe” das war einer der Sätze, der mich jahrelang begleitete. Ein Gefühl, allem aber am wenigsten mir selbst dienen zu können/dienen zu dürfen. Ich selbst hatte verinnerlich, was Erich Ribolits in “Die Arbeit hoch?” (Auszüge daraus in meinen beiden vorherigen Artikeln) beschreibt. Auf die Idee, die überhöhte Wertigkeit der Arbeit in unserer Gesellschaft in Frage zu stellen, war ich nicht gekommen. Dass mich das “System” überforderte, lautete früher, dass ich nicht gut genug bin, dass ich doch das können und schaffen muss, was andere schaffen.
Nicht nur die Arbeit, alle anderen Werte, die unsere Gesellschaft definieren, atmet der hier geborene oder aufgewachsene Mensch ein wie die Luft, die ihn so selbstverständlich umgibt. Zeit, so einiges in Frage zu stellen, an scheinbaren Selbstverständlichkeiten zu rütteln, oder ein Werk wie das o.g. zu lesen und wirken zu lassen, hatte ich bis vor zehn Jahren nicht.
Schluss für heute.