Author Archive for Roter Löwe

14
Mai

Arbeit neu gewichten

“Ich habe zu funktionieren wie ein Rädchen im Getriebe” das war einer der Sätze, der mich jahrelang begleitete. Ein Gefühl, allem aber am wenigsten mir selbst dienen zu können/dienen zu dürfen. Ich selbst hatte verinnerlich, was Erich Ribolits in “Die Arbeit hoch?” (Auszüge daraus in meinen beiden vorherigen Artikeln) beschreibt. Auf die Idee, die überhöhte Wertigkeit der Arbeit in unserer Gesellschaft in Frage zu stellen, war ich nicht gekommen. Dass mich das “System” überforderte, lautete früher, dass ich nicht gut genug bin, dass ich doch das können und schaffen muss, was andere schaffen.

Nicht nur die Arbeit, alle anderen Werte, die unsere Gesellschaft definieren, atmet der hier geborene oder aufgewachsene Mensch ein wie die Luft, die ihn so selbstverständlich umgibt. Zeit, so einiges in Frage zu stellen, an scheinbaren Selbstverständlichkeiten zu rütteln, oder ein Werk wie das o.g. zu lesen und wirken zu lassen, hatte ich bis vor zehn Jahren nicht.

Schluss für heute.

14
Mai

Arbeit im Wandel der Zeit II

Die folgenden Textpassagen stammen aus “Die Arbeit hoch?” von Erich Ribolits.

2. Die Krise des Fordismus und das endgültige “Zur Ware Werden” der Bildung

Unbestreitbar stellen “Arbeit” und “Arbeiten” in den industrialisierten Gesellschaften heute zutiefst positiv besetzte Begriffe dar. Die Bereitschaft zur Arbeitsverausgabung gilt als ein ganz wesentliches Kennzeichen eines “achtenswerten” Menschen, und für die Majorität der Bewohner der Industriegesellschaften stellt Arbeit gewissermaßen auch jenes selbstverständliche “Geländer” dar, an dem entlang ihr Leben organisiert ist.

Die Wurzeln der heutigen Wertschätzung der Arbeit reichen bis in die Renaissance zurück. Damals begann in den entwickelten Kulturen Europas ein Prozeß, der sich als Emanzipation des Menschen von der Vorstellung eines schicksalhaften Ausgeliefertseins an Natur und Vorsehung bezeichnen läßt. Es kam zu einer Abkehr vom bis dahin dominierenden augustinischen Menschenbild, wo wahre Tugend jenseits dessen angesiedelt war, was der Mensch aufgrund eigener Kraft erreichen kann und tugendhaftes Verhalten demgemäß nicht als Effekt eigenen Bemühens, sondern nur als Ausfluß göttlicher Gnade denkbar erschien. Im Rückgriff auf antike Vorstellungen begann sich zunehmend ein “Vertrauen in die Freiheit und Stärke der menschlichen Natur” durchzusetzen. Das Besondere am Menschen wurde nun immer weniger in seiner unsterblichen Seele gesehen, sondern “in seiner Fähigkeit, sein Schicksal durch Intelligenz und Willenskraft zu bestimmen”. Continue reading ‘Arbeit im Wandel der Zeit II’

14
Mai

Arbeit im Wandel der Zeit I

Definition

aus Wikipedia: Arbeit ist eine zielbewusste und sozial durch Institutionen (Bräuche) abgestützte besondere Form der Tätigkeit, mit der Menschen seit ihrer Menschwerdung in ihrer Umwelt zu überleben versuchen.

Die folgenden Textpassagen stammen aus “Die Arbeit hoch?” von Erich Ribolits

Einleitende Bemerkungen

Der österreichische Theologe und Religionsphilosoph Adolf Holl meinte vor einiger Zeit in einem Interview, daß der Kapitalismus gewissermaßen als die erste tatsächliche “Weltreligion” bezeichnet werden kann. Er stellt sich als ein weltumspannendes “Glaubensbekenntnis” dar, dem heute mehr Menschen anhängen als jemals in der Geschichte irgendeiner anderen Religion.

Wenngleich eine solche Gleichsetzung der politisch-ökonomischen Formation Kapitalismus mit Religion vermutlich auf heftige Ablehnung bei den meisten gläubigen Menschen stößt und höchstwahrscheinlich auch nur von wenigen Kollegen des angesprochenen Religionsphilosophen geteilt wird, läßt sich doch ein wesentliches Element der skizzierten Metapher nur schwer leugnen: Die menschliche Arbeit ist in den industriewirtschaftlichen Gesellschaften – die zwischenzeitlich ja allesamt konkurrenzlos von der kapitalistischen Ökonomie dominiert werden – heute mit einer geradezu kultischen Bewertung belegt. Sie nimmt eine zentrale Stelle im gesellschaftlichen Normen- und Wertegefüge ein und kann ohne Übertreibung als der Kristallisationspunkt allen gesellschaftlichen Geschehens bezeichnet werden. Über alle weltanschaulichen Grenzen hinweg wird Arbeit heute als die grundlegende Bestimmungsgröße des Menschen gesehen, ja sogar unsere gesamte Sozietät wird stolz als eine “Arbeitsgesellschaft” definiert. Continue reading ‘Arbeit im Wandel der Zeit I’

14
Mai

Bald ein Jahr vergangen

Vor bald einem Jahr hab ich den letzten Eintrag in diesem Blog geschrieben. Uiuiui, schon so lange her. Erst ein wenig Amy MacDonald zum Neustart.

Was sich nicht geändert hat seit einem Jahr?

Mich in der Gesellschaft, in der ich lebe, nicht heimisch, nicht zugehörig zu fühlen. Es ist wie draußen zu stehen und auf Deutschland zu schauen mit der Frage im Kopf “Was machen die da?”  Fremd im eigenen Land, doch ob es woanders weniger fremd wäre, ich mich woanders heimischer fühlte … keine Ahnung.

Was sich geändert hat seit einem Jahr?

Geändert hat sich, dass ich lange Zeit immer nur benennen konnte, was ich nicht will, ohne dass sich hervorgeschält hatte, was ich denn will oder besser, was ich wünsche. Der Wunsch ist groß, vermutlich hab ich ihn deswegen stets verworfen, im Trüben gefischt bei der Frage “Was will ich denn?”

Ich wünsche mir eine andere Gesellschaft und dazu gehört ganz schön viel *schmunzel*

Meine Position dabei ist eine sozial-liberale, die weder irgendeinen Sinn in kommunistischen oder sozialistischen Systemen vergangener Zeiten noch einen Sinn im Kapitalismus gegenwärtiger Ausprägung sieht. Beide Systeme sind aus meiner Sicht weder liberal noch human.

Den folgenden Artikel widme ich dem Thema “Arbeit”, weiß aber nicht, ob ich das heute noch schaffe.

25
Mai

Metamorphose

Die vergangenen neun Jahre haben mich enorm verändert. Es kommt mir heute vor, als hätten sich Sorgen und Ängste abgenutzt – Sorgen und Ängste, die mich haben erpressbar sein lassen. Die vergangenen Jahre – begleitet von Erschöpfung, Depression, sozialem Rückzug – kennzeichnen einen fortschreitenden Prozess innerer Kündigungen.

Heute finde ich es völlig logisch und nachvollziehbar, dass ich durch dieses lange Tal marschieren musste. Woran ich bis vor neun Jahren geglaubt und worauf ich vertraut hatte, das alles war morsch geworden. Das Fundament, auf dem ich 44 Jahre gestanden hatte, ist nicht mehr tragfähig … für mich.

 

24
Mai

Der rote Löwe

Heute wird Rot als die Farbe der Arbeiterbewegung verstanden und wird von sozialdemokratisch, sozialistisch und kommunistisch ausgerichteten Parteien, Bewegungen und Gewerkschaften eingesetzt.

Rote Kapelle war die Bezeichnung einer Widerstandsgruppe gegen die NS-Herrschaft.

Positive Assoziationen mit der Farbe Rot:

das Glück, die Lebensfreude, die Energie, die Aktivität, die Liebe, die Sexualität, die Erotik, die Wollust, die Verführung, die Kraft, das Feuer, die Hitze, die Wärme, die Begierde, das Blut

Negative Assoziationen mit der Farbe Rot:

der Hass, die Wut, der Zorn, die Aufregung, die Aggressivität, das Laute, der Lärm, die Unmoral, die Gefahr, das Verbotene

Löwe:

einzige Katzeart, die im Rudel lebt. Symbolik: Autorität, Selbstvertrauen, Kraft

Der Löwe umgibt als Symbol der Macht und Weisheit die Throne der Herrscher und bewacht, als Licht-Tier, die Dämonen abwehrend, Tempel und Gräber. Daher ist er auch Symbol der Wachsamkeit – übrigens besonders schön zu sehen am Kenotaph Rudolfs IV., des Stifters im Wiener Stephansdom. An zahllosen Bauten auf der ganzen Welt bewachen – meist zwei – Löwen die Eingangstore.

19
Mai

Was man aber auch wissen muss

New Zealand Earthquakes

Every year GNS Science locates 10,000 to 15,000 earthquakes in New Zealand. About 100 – 150 of these quakes are large enough to be felt, – the others we only know about because they are recorded by seismographs.

Leben mit Erdbeben. Neusseeland befindet sich im Spannungsfeld der Pazifischen und der Australischen Platte. Erbeben mit der hohen Zerstörungskraft des Christchurch Erdbebens vergangenen Februar werden jedoch nur etwa alle 10.000 Jahre erwartet.

19
Mai

Wohin soll es denn gehen?

18
Mai

Heute

Es war ein trauriger Anlass (Trauerfeier zum Tode von Karins Mutter) und doch war es schön, so viele Menschen nach etlichen Jahren wohlauf zu sehen.

Die Idee, wieder Blog zu schreiben kam gestern auf und mir ist danach, mehr Kontakt zu halten. Gehe jetzt auf Website-Suche.

18
Mai

andiamo

“Lass uns gehen!” …

Vor ein paar Tagen – genauer am vergangenen Montag – brachte Frederic das Thema “Auswanderung” auf den Tisch, das ich vor einigen Jahren ad acta gelegt hatte: weil Frederic noch ein Kind war, weil die Oma noch lebte, weil Frederic die Schule erst abschließen sollte … Er spricht schon seit Jahren davon, dass er nicht in Deutschland bleiben wird, doch bislang war dies stets auf die Zeit nach der Schule bezogen.

Noch fühle ich mich wie benebelt, sind die vergangenen Jahre nicht völlig abgeschüttelt. Es kam so plötzlich, so unerwartet.